Was Azubis bewegt!

//Was Azubis bewegt!

Als Anbieter für eine digitale Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) freut es uns natürlich, dass die Firmen auf dem Markt reagieren und langsam ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie moderne Mitarbeiterbindung aussehen kann und sollte. Doch dabei sind die Kunden häufig die gleichen: mittelgroße bis große Unternehmen, die es sich finanziell leisten können und wissen wie wichtig es ist, Mitarbeitern einen Mehrwert zu bieten. Und auch bei den aktiven Nutzern erreicht BGF hauptsächlich eine Zielgruppe: Sportliche Menschen, die ohnehin gesund leben. Diejenigen, die das Angebot eigentlich dringender wahrnehmen sollten, erreicht eine klassische BGF mit ab und an einmal einem Rückenkurs, in der Regel nicht.

Was ist mit den Auszubildenden?
Eine Gruppe ist hier besonders im Nachteil: Azubis, vor allem im Handwerk, werden bei BGF-Maßnahmen meistens nicht berücksichtig. Anscheinend sehen die Betriebe für junge Menschen bisher kaum eine Notwendigkeit für solche Angebote. Es fehlt an Anerkennung und Wertschätzung und das drückt sich auch deutlich in den rückgängigen Bewerberzahlen aus: Gab es 1997 noch 633.000 Lehrlinge in der Bundesrepublik hat sich die Zahl bis 2017 mit 365.000 fast halbiert (Quelle: statista). Einer der Gründe sind sicherlich die, im Vergleich mit einem Studium, schlechteren Anreize, die eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb bietet. Während nach dem Studium ein vermeintlich gut bezahlter, angesehener Job lockt, wartet nach der Ausbildung ein straffer Arbeitsalltag. Auch die finanzielle Honorierung und Anerkennung innerhalb der Gesellschaft sind häufig niedriger.

Digitale Kommunikation und Vernetzung
Doch es gibt es noch einen anderen, entscheidenden Punkt, der die jungen Leute weg von der Ausbildung treibt: Studieren an sich ist „cool“. Hier findet ein Großteil der Kommunikation auf digitalem Wege statt, man ist ständig und überall mit seinen Kommilitonen vernetzt und auch im späteren Beruf warten Firmenhandy, Mitarbeiterevents und interessante Weiterbildungsmaßnahmen. Die Generation, die gerade jetzt in den Startlöchern fürs Berufsleben steht, ist in einer digitalen Welt aufgewachsen. Wer würde freiwillig wieder auf diese Art der Vernetzung verzichten und damit einen Schritt zurück machen?

Motio-Digi-Care und PROFESSION FIT präsentieren ein neues Konzept für Auszubildende
Genau hier setzt das gemeinsame Projekt von PROFESSION FIT und Motio-Digi-Care an. Das Programm ergänzt die klassischen Elemente der Betrieblichen Gesundheitsförderung um die digitale Komponente. Es nimmt die Sprache der Jugendlichen auf und vertieft die Inhalte auf digitalem Weg. Azubis sind ständig unterwegs – mal im Betrieb, mal in der Schule, mal auf dem Bau – Betriebliche Gesundheitsförderung muss hier also ganz anders aufgebaut werden. Nur durch digitale Angebote kann ein nachhaltiger, kontinuierlicher Effekt gewährleistet werden. Und sind solche Angebote von Anfang an Teil des Arbeitsalltags, ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass sie auch in späteren Jahren weiter genutzt werden.

Handwerks-Betriebe müssen wieder attraktiver werden
Laut Dirk Schulten, Geschäftsführer von Motio-Digi-Care, gibt es ganz klare Punkte, die Betriebe wieder attraktiver erscheinen lassen. Das geht bei der Entlohnung und verschiedenen Pluspunkten, wie einer gesponserten Fahrkarte los. Wichtig ist aber vor allem, dass den Auszubildenden Perspektiven, Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Dinge, die über den normalen Ausbildungsplan hinausgehen, den Lehrling aber motivieren und so langfristig an den Betrieb binden. Junge Leute müssen einen Nutzen für sich entdecken, der über die Zeit der Ausbildung hinausgeht. Das schaffen vor allem alltagsnahe Themen. Dabei ist die ständige Erreichbarkeit am Handy für die digitale Betriebliche Gesundheitsförderung ein großer Vorteil, denn wichtige Themen können zu jeder Zeit und an jedem Ort immer wieder in Erinnerung gebracht werden. Das verstärkt nachhaltig den Sinn von Präventionsmaßnahmen: ein Bewusstsein für einen aktiven und gesunden Lebensstil zu schaffen, den die Jugendlichen langfristig verinnerlichen.

2019-02-06T09:11:38+00:00Montag, 4. Februar 2019|Kategorien: Blog|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Lucas Wulf 6. Februar 2019 um 21:22 Uhr

    Vor allem in handwerklichen Berufen sollte doch schon früh an Prävention gedacht werden! Kein Wunder, dass viele schon im frühen Alter mit Bandscheibenvorfall ausfallen…

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