Fachkräfte finden, Mitarbeiter binden und nachhaltig gesund erhalten

//Fachkräfte finden, Mitarbeiter binden und nachhaltig gesund erhalten

Was kann ich tun, um meine Mitarbeiter langfristig zu binden? Dieses Thema beschäftigt nicht nur große Unternehmen, sondern auch kleine Betriebe. Der Mangel an qualifizierten Fachkräften lässt sich längst nicht mehr leugnen. Und das Problem wird sich zuspitzen: Die geburtenstarken Jahrgänge der 1965er gehen in den nächsten Jahren in Rente. Gut ausgebildete jungen Menschen, die nachfolgen könnten, fehlen allerdings. Schaut man sich aktuelle Zahlen an, zeigt sich ein weiteres drastisches Problem: Nur noch fünfzehn Prozent der Berufstätigen verspüren eine emotionale Bindung an ihre Firma und fast ein Drittel macht nur noch Dienst nach Vorschrift. Motivierte Mitarbeiter zu finden und diese auch zu halten, ist also die aktuelle Herausforderung für Unternehmen.

Mangel an geeigneten Bewerbern
Das Dilemma geht schon bei der Suche los. Geeignete Fachkräfte zu finden ist eine Herausforderung, mit der sich immer mehr Betriebe konfrontiert sehen. Anspruchsvolle Bewerberinnen und Bewerber suchen sich ihr Unternehmen aus, weshalb das Arbeitgeberimage – wie übrigens auch der Stellenwert und die Reputation von Produkt und Branche – für die Entscheidung über Eintritt und Verbleib zentral ist. Für Unternehmen gilt also: Wer im Wettbewerb um die Besten die Nase vorne haben will, muss verstärkt auf sein Image achten. Nur wer sich klar positioniert, aus der Masse abhebt und ein einzigartiges Profil entwickelt, ist für High Potentials attraktiv. Angebote von Praktika und Projektwochen, Veranstaltungen wie ein Tag der offenen Tür, die Teilnahme an Jobmessen und „Kunden- Services“ für Bewerber erhöhen die potenzielle Wahrnehmung durch gewünschte Zielgruppen. Konnte dann anhand dieser aufwändigen Maßnahmen jemand Geeignetes eingestellt werden, will man diesen Arbeitnehmer natürlich nicht wieder sofort abwandern lassen, sondern ihn aktiv und langfristig an das Unternehmen binden. Mitarbeiter, die sich mit ihrem Unternehmen identifizieren können, sind deutlich motivierter, seltener krank und zufriedener. Unternehmen müssen also ganz gezielt Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung ergreifen.

Junge Menschen haben andere Wünsche
Dafür muss man zunächst den Blick auf die Wünsche der jungen Bewerber richten. Hier zeigt sich, dass der Fokus heute gar nicht mehr so sehr auf dem Geld liegt. Vielmehr ist eine ausgeglichene Work-Life-Balance ein entscheidendes Kriterium. Jüngere Menschen wollen nicht mehr nur leben, um zu arbeiten. Viele wünschen sich eine gleitende Arbeitszeit, aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten, Wertschätzung der Mitarbeiter und Perspektiven stehen auf der Wunschliste der potentiellen Kandidaten. Das alte System, das momentan in vielen Firmen noch herrscht, muss also umgestellt werden, um für die neuen Mitarbeiter überhaupt attraktiv zu werden.

Wertschätzung – das A & O der Mitarbeiterbindung
An erster Stelle steht für die meisten Mitarbeiter der Wunsch nach Wertschätzung. Dadurch fühlen sie sich nicht nur wohl im Unternehmen, sondern identifiziert sich auch besser damit. Vor allem in größeren Betrieben bleibt das leider oft auf der Strecke. Und eben diese Unternehmen sehen sich dann mit dem Problem konfrontiert, dass Mitarbeiter abwandern oder dass sie nur schwierig neue Fachkräfte finden, weil sich das Image verschlechtert hat. Negative Bewertungen, z. B. bei Bewerberportalen wie Kununu, schrecken potentielle Neubewerber zusätzlich ab.

Wie BGF bei der Mitarbeiterbindung hilft
Eine Methode, um den Mitarbeitern gegenüber Wertschätzung zu zeigen, ist die Einführung einer Betrieblichen Gesundheitsförderung. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich der Arbeitgeber um das Wohl seiner Mitarbeiter sorgt. Bewegungs- oder Ernährungsangebote, aber auch Expertenrat zu Themen wie Stressmanagement oder Suchtprävention tragen zur Gesunderhaltung bei. Funktionieren kann BGF heutzutage jedoch nur, wenn es möglichst alle Mitarbeiter erreicht, vierundzwanzig Stunden am Tag, immer und überall, egal mit welchem Betriebssystem. Das ist nur auf digitalem Weg möglich.

BGF, das funktioniert
Das klassische Betriebliche Gesundheitsmanagement gibt es schon lange, doch erreicht man damit die wenigsten Mitarbeiter. Das liegt unter anderem daran, dass die Zielgruppe immer nur ein ausgewählter Teil ist. Es ist vor allem der administrative, kaufmännische Bereich, bei dem ein BGM am leichtesten einzuführen und umsetzbar ist. Viel schwieriger ist es diejenigen, die in der Produktion oder Fertigung arbeiten, zu erreichen. Hier brauchen wir andere Maßnahmen. Webbasierte bzw. digitale Systeme sind eine Lösung, auf die alle zugreifen können. Jeder hat ein Handy, Tablet oder ähnliches und Inhalte können ortsunabhängig, zu jeder Zeit eingesehen werden. Bietet ein Unternehmen so ein ganzheitliches Programm an, setzt das für alle Mitarbeiter ein deutliches Signal der Wertschätzung. Generell sollten sich Arbeitgeber aber auch flexibler zeigen. Es muss möglich sein, in der Mittagspause mal laufen zu gehen oder etwas mit den Kollegen zu unternehmen, was außerhalb des beruflichen Kontexts liegt. Um eine langfristige Wirkung zu erzielen, muss die Betriebliche Gesundheitsförderung zum Teil des täglichen Business jedes Mitarbeiters werden. So ist die Firma aus der Sicht des Arbeitnehmers nicht mehr nur ein Ort, wo man hingeht, seine Arbeit verrichtet und dann wieder nach Hause fährt, sondern ein Ort mit Mehrwert, der auch ein gewisses Maß an Freiheiten und Flexibilität bietet und somit natürlich deutlich attraktiver für seine Mitarbeiter ist.

2019-03-05T11:48:00+00:00Dienstag, 5. März 2019|Kategorien: Blog|2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Tom Bergmann 5. März 2019 um 16:50 Uhr

    Ich bin froh, dass sich die jungen Leute nicht mehr nur aufs Geld schauen, sondern auch was vom Leben haben wollen! Es wird Zeit, dass hier ein Umdenken stattfindet, dass man nicht mehr nur noch lebt, um zu arbeiten und das auch bei den Firmen ankommt. Da scheinen die fehlenden Fachkräfte ja auch irgendwo etwas Gutes zu haben, sonst würde das wahrscheinlich gar nicht ankommen.

  2. Katja Winkel 21. März 2019 um 07:59 Uhr

    Meine Firma bietet Einiges an Ernährung- und an Bewegungsangeboten an, das von uns Mitarbeitern auch sehr gerne genutzt wird. Allein deshalb gehe ich gerne in die Firma und könnte mir schwer vorstellen woanders hinzugehen, wo so etwas nicht angeboten wird.

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