Electronic Health – Das Gesundheitswesen der Zukunft. Wo steht Deutschland?

//Electronic Health – Das Gesundheitswesen der Zukunft. Wo steht Deutschland?

Die Digitalisierung und der damit verbundene schnelle Austausch personenspezifischer Daten hält auch im weltweiten Gesundheitswesen Einzug. Jedoch schneidet Deutschland im Vergleich mit ähnlich hochtechnologisierten Ländern nach Auswertung aktueller Studien eher schlecht ab. Leider! Eine Studie hat ergeben, dass 2018 bei einer konsequenten Anwendung digitaler Technologien bis zu 34 Milliarden Euro im deutschen Gesundheitswesen hätten eingespart werden können.
So übermitteln digital fortschrittliche Länder wie Kanada oder Israel ihre Rezepte längst online und speichern wichtige Gesundheitsdaten der Patienten in elektronischen Akten – Ärzte und Kliniken können direkt darauf zugreifen. In Estland und Dänemark können alle Bürger die Ergebnisse ihrer Untersuchungen, Medikationspläne oder Impfdaten online einsehen. Zugriffsmöglichkeiten für Ärzte und andere Gesundheitsberufe können sie selbst verwalten. Auch sind Ferndiagnosen und Fernbehandlungen per Videochat fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung.

Warum hinkt Deutschland hinterher?
Die Gründe dafür sind vielschichtig. Erfolgreiche Länder gehen strategisch in pragmatischen Schritten vor und führen einzelne Prozesse, wie das digitale Rezept, nach und nach ein. Die Politik gibt dort einen klaren Rahmen vor, sorgt damit für Akzeptanz bei den Akteuren und treibt so die Entwicklung voran.
Digitaler Wandel braucht also diese Akzeptanz, klar formulierte Ziele und vor allem transparente Aufklärung in der Bevölkerung. Die größte Sorge der deutschen Bevölkerung ist nach Umfragen der Datenschutz. „Wo werden meine Daten gespeichert?“, „Wie kann ich auf die Daten zugreifen?“ und vor allem „Wer kann konkret meine Daten einsehen und/oder auswerten?“ Diese Fragen müssen im Vorhinein klar beantwortet werden, um Unsicherheiten und Ängste auszuräumen.
Obwohl die Bundesregierung in Deutschland bereits 2003 die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte beschlossen hat, fehlen bis heute staatlich subventionierte „Agenturen für digitale Gesundheit“, die auf nationaler Ebene technische Standards und Datenformate für die Elektronische Patientenakte fördern und verwalten.

Spahn will Digitalisierung in der Gesundheitsbranche vorantreiben
Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht das Problem nun aktiv an und schuf nach seinem Amtsantritt im Frühjahr in seinem Ministerium eine eigene Digitalisierungsabteilung. Regelmäßig lädt Spahn Start-ups aus dem Bereich E-Health in sein Ministerium ein und lässt Firmengründer ihre Ideen bei Veranstaltungen unter dem Motto „Innovation trifft Politik“ vorstellen. Pläne für die Einführung des elektronischen Rezepts und der digitalen Patientenakte flossen auch bereits in laufende Gesetzesvorhaben ein. Bis spätestens 2021 müssen Krankenkassen ihren Versicherten eine Digitalakte bereitstellen, auf die auch mit mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets zugegriffen werden kann.
Als weiterer Schritt muss deshalb in Zukunft die Führungsrolle bei der Gestaltung der Digitalisierung weiter ausgebaut werden – die Kommunikation Richtung Bürger, Ärzte und andere Gesundheitsberufe sowie der Dialog über notwendige und wünschenswerte Entwicklungen als strategische Aufgabe müssen begriffen und weiterentwickelt werden. Unsere Gesundheitspolitik muss noch entschlossener handeln als in der Vergangenheit.
Nicht als Selbstzweck, sondern zum Nutzen der Patienten.

Digitales Betriebliches Gesundheitsmanagement

Und vor allem im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements spielt die Digitalisierung auch eine immer wichtigere Rolle. Modernes BGM kann und wird nur noch als Teil des täglichen Business jedes Mitarbeiters funktionieren. Das wiederum setzt voraus, dass das System jederzeit und überall abrufbar ist. Das Multikomponentensystem von PROFESSION FIT etwa eröffnet hier völlig neue Möglichkeiten: Eine Kombination aus Betrieblicher Gesundheitsförderung und Live Challenge. Dazu Kommunikationsplattformen, wie Messenger und Blackboard. Und alles ist immer mit dabei, auf Smartphone, PC oder Tablet.
In solchen Angeboten liegt definitiv die Zukunft. Nicht nur der BGM-Bereich, sondern das ganze Gesundheitswesen muss die Vorteile der Digitalisierung nutzen. Nur so kann Deutschland zukunftsfähig bleiben. Dafür muss jedoch wohl noch einiges passieren.

2019-04-16T09:44:17+00:00Dienstag, 16. April 2019|Kategorien: Blog|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Brigitte Küster 26. April 2019 um 11:39 Uhr

    Natürlich ist Datenschutz wichtig, aber wenn man mal ehrlich ist sind unsere Daten doch eh schon lang nicht mehr sicher. In dem Fall wäre es doch wirklich sinnvoll digitaler zu werden. Das würde einiges einfacher machen und viel Zeit sparen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar